Studienreise vom 11.04. bis 18.04.2006 mit Neckermann Reisen - Zu den Königsstädten -
Agadir, Marrakesch, Rabat, Fes (2), Beni Mellal, Agadir
Neckermann-Reisen gehören angesichts des für meine Verhältnisse älteren Teilnehmerkreises zwar nicht zu meinen Favoriten, aber meine Eltern begleitete ich auf dieser interessante Reise gerne. Etwa dreieinhalb Stunden dauerte der Flug von Stuttgart nach Agadir. Da die Uhren 2 Stunden zurückgestellt wurden, war es noch Mittag, als wir das Hotel erreichten.
Agadir musste nach einem verheerenden Erbeben 1960 völlig neu aufgebaut werden und hat daher neben einem eher unspektakulären Atlantikstrand wenig zu bieten.
Fahrt nach Marrakesch. Unterwegs sieht man viele Arganien, die nur in Marokko wachsen.
Das Öl der Arganie ist noch gehaltvoller als Olivenöl. Am Bemerkenswertesten ist jedoch, dass Ziegen auf den Bäumen herumklettern, um Zweige, Früchte und Blätter zu fressen.
Für eine Landesfläche von rund 450.000 Quadratkilometer weist Marokko eine ausgesprochen vielseitige Landschaft auf. Südlich von Marrakesch ist die Gegend erwartungsgemäß eher kahl.
In Marokko sind noch längst nicht alle motorisiert, auch in Marrakesch nicht. Die Stadt wurde im 11. Jahrhundert gegründet und ist neben Meknes, Fes und Rabat eine der vier Königsstädte.
Das Wetter im April ist ideal. Im Sommer kann es hingegen mit bis zu 45 Grad unerträglich heiß werden, während im Winter Temperaturen unter dem Gefrierpunkt möglich sind.
In den Wüstenregionen Marokkos gibt es natürlich auch Kamele. Die hier sind aber eher für Touristen.
Das Minarett der Koutoubia-Moschee aus dem 12. Jahrhundert ist 69 Meter hoch.
Wie in allen Wüstenstädten sind die Gebäude auch in der Palmenstadt Marrakesch praktischerweise rötlich.
Die Auswahl an Gewürzen ist sehr groß.
Zu den interessantesten Marktplätzen in Nordafrika gehört der Platz Djemaa-el-Fna in Marrakesch. Dort tummeln sich zahlreiche Verkäufer, Künstler, Gaukler, Schlangenbeschwöre usw.
Die orientalische Atmosphäre ist legendär, auch wenn sich mittlerweile viel um Touristen dreht.
Am späten Abend gab es in der Restaurantanlage “Chez Ali” Reiterspiele mit Lichteffekten zu sehen. Eine Show für Touristen mit Längen und wenig Charme.
Die traditionellen Fantasia-Reiterspiele in Marokko kann man nach der Erntezeit auf Dorffesten auch heute noch erleben.
Wir kamen einige Tage später sogar mit dem Bus an einem solchen Fest vorbei, hielten aber - da im Programm nicht vorgesehen - leider nicht an.
Nördlich von Marrakesch wird der Boden dank zunehmendem Niederschlag natürlich fruchtbarer und die Landschaft grüner.
Casablanca hat etwa 3 Millionen Einwohner und ist damit größte Stadt und zugleich wichtigstes Handels- und Industriezentrum des Landes. Für Touristen hat die Stadt allerdings kaum etwas zu bieten. Hier ein Blick gegenüber dem Platz Mohammed V.
Ein Highlight ist freilich die Moschee Hassan II. Sie befindet sich direkt am Atlantik ist nach der in Mekka die zweitgrößte Moschee der Welt mit einem rund 200 Meter hohen Minarett. Die Moschee wurde 1993 nach nur sechsjähriger Bauzeit fertiggestellt.
Die zweite Königsstadt auf unserer Reise war Rabat. Mit 1,7 Millionen Einwohner ist es die zweitgrößte Stadt Marokkos und seit 1912
Hauptstadt.
Im Königspalast residiert der König (derzeit Mohammed VI).
Die zu einem Friedhof umfunktionierte Chellah Nekropole aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. beherbergt im April viele Störche. In der Nähe sieht man noch die Ruinen der ehemaligen Römerstadt Sala Colonia.
Wahrzeichen der Stadt Rabat ist der Hassanturm. Die Moschee wurde nie vollendet, da die Nachfolger des damals herrschenden Kalifen vor Fertigstellung ihren Sitz nach Marrakesch verlegten. An die Pläne erinnern heute zahlreiche Säulen vor dem Turm. Der gesamte Platz befindet sich vor dem vielbesuchten Mausoleum Mohammed V.
Die Mauern der großen Festungsanlage Oudaia-Kasbah in Rabat.
Innen kann man einen Streifzug durch die noch dicht bewohnte einstige Kosarenstadt mit ihren blau-weißen Gebäuden machen.
Die Gegend im nördlichen Marokko weist die typische Mittelmeervegatation auf.
Die Ruinen der früheren Hauptstadt der Römischen Afrikaprovinz “Mauretania Tingitana”, Volubilis, sind landschaftlich sehr schön gelegen.
Durch den Triumphbogen hindurch bekommt man eine schöne Aussicht.
Volubilis wurde endgültig durch das Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755 zerstört, aber einige Mosaiken sind noch sehr gut erhalten.
Nur wenige Kilometer von Volubilis entfernt befindet sich Moulay Idriss, wo sich das Mausoleum von Idriss I. befindet. Dieser ließ sich im 8. Jahrhundert in Volubilis nieder und begründete die erste arabische Herrscherdynastie in Marokko. Sieben Pilgerfahrten in diesen recht kleinen Ort ersetzen die eine nach Mekka.
Die dritte Königsstadt auf unserer Reise war Meknes am Fuße des Rifgebirges. Die Stadt war Anfang des 18. Jahrhunderts unter dem Alawidensultan Moulay Ismail Hauptstadt des Landes und ist heute siebtgrößte Stadt Marokkos.
Der Sultan hatte angeblich ein Harem mit 500 Frauen und Ställe mit 12000 Pferden. Rechts ein diagonal aufgenommenes Bild von dem Stall, der sich neben der Vorratskammer befindet.
Das prunkvolle Stadttor Bab Mansour.
Die letzte, wenngleich älteste der vier Königsstädte auf unserer Reise war Fes. In der drittgrößten Stadt von Marokko beeindruckt die ursprünglich gebliebene Altstadt, die natürlich wie auch die von Meknes zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.
Eine Gerberei wie im Mittelalter.
Die Gassen sind sehr eng und voll. Waren werden mithilfe von Eseln transportiert, die sich den Weg durch die Massen bahnen müssen.
Wer ohne Führer unterwegs ist, läuft Gefahr, sich im dicht gefüllten Labyrinth zu verlaufen.
Der Königspalast “Dar El Makhzen”. Während die Altstadt aus dem 9. Jahrhundert stammt, befindet sich dieses Gebäude in der im 13. Jahrhundert errichteten "Neustadt".
Das Tor Bab Boujeloud mit seinem schönen Durchblick.
Viele Bäume und geringere Temperaturen prägen den Hohen Atlas südlich von Fes. Aufgrund der Wetterverhältnisse hier sind übrigens die Häuser in den Orten mit Giebeldächern gebaut, was einen sehr europäischen Flair verleiht. Wie man auf dem Foto sieht, gibt es natürlich im Freien üblicherweise auch sehr einfache Bedachungen.
Im hohen Atlas leben auch Affen in freier Wildbahn, die sich gerne von Menschen füttern lassen.
Wer im Frühjahr reist, erlebt eine grüne und blütende Landschaft.
Typische Momentaufnahme.
Es war eine Rundreise, daher kamen wir nach Marrakesch zurück. Auch hier ist es in der Altstadt, wie üblich auch Medina genannt, sehr voll.
Vieles ist so wie schon seit etlichen Jahrzehnten. Mit einfachsten Mitteln werden die Waren in kleinen Stuben hergestellt.
Ein Schlangenstandauf dem großen Platz Djemaa-el-Fna. Der Mann rechts flötet und der Mann in der Mitte wird fotografierenden Touristen seinen Hut mit der Öffnung nach oben entgegenhalten.
Der Eingang zu einem Restaurant in der Altstadt, in dem wir zu Mittag aßen. Hier speisten bereits James Stewart und Doris Day in dem Hitchcock-Film “Der Mann, der zuviel wusste”.
Ein typisches Essen in Marokko: Couscous.
Die Strecke Marrakesch-Agadir entsprach derjenigen vom zweiten Tag. Eine weitgehend kahle, rötliche Landschaft mit dem Atlasgebirge in Sichtweite. Der höchste Berg dieses Gebirges ist der Toubkal mit 4165 Metern.
Um 13.15 Uhr flog das Flugzeug vom Flughafen in Agadir ab und landete 3 Stunden und 15 Minuten später (zuzüglich 2 Stunden aufgrund Zeitumstellung) wieder sicher in Stuttgart.
Marokko ist zweifelsfrei mindestens eine Reise wert und mit April wählten wir eine optimale Reisezeit. Organisation und Unterbringung durch Neckermann Reisen gaben keinerlei Grund zu Beanstandungen. Der individuelle Freiraum war typischerweise eher gering. Der durchschnittliche Reiseteilnehmer reiste paarweise und war bereits über 50 Jahre alt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis war in Ordnung.