Reise vom 2.11.-16.11.2006 mit Marco Polo Reisen, Young Line Travel
Havanna(3), Pinar del Rio(2), Havanna, Cienfuegos, Trinidad(2), Santa Clara, Varadero(2)
Der Reisebericht ist zum schnelleren Seitenaufbau in zwei Teile gegliedert. Den zweiten Teil (ab Tag 8) gibt es hier.
Vordergründig weltoffen präsentiert sich in Havanna das Flughafengebäude und veranlasst die Einreisenden zunächst einmal zu einem Blick auf alle oben aufgehängte Nationalflaggen. Nach Passieren des Immigrationsschalters, geduldigem Warten auf den unversehrt angekommenen Koffer und Umtausch von Euro gegen die für Touristen maßgebliche Währung Pesos Convertible (CUC) wurde unsere aus 24 Personen bestehende Gruppe zwischen 26 und 39 Jahren mit dem Bus in das ansprechende Hotel Habana Libre gebracht, wo wir insgesamt viermal übernachten sollten.
Aus dem Hotelfenster in der 17. Etage des Hotel Habana Libre, bis Ende der 50er Jahre noch ein Hilton Hotel, hat man eine schöne Aussicht auf die Stadt mit ihren 2,5 Millionen Einwohnern. Nachdem es am Vortag noch kräftig geregnet hatte, war der Himmel zwar stark bewölkt aber es blieb trocken. In den kommenden Tagen sollte es bis zum Ende der Reise fast nur noch schönes Wetter geben.
Manche hier fahrende Busse erinnern aufgrund ihrer Form an ein Kamel.
Am Revolutionsplatz, auf dem sich über 1 Million Menschen aufhalten können und auf dem Fidel Castro seit 1959 seine Reden hält. Hinter der Statue des Volkshelden Jose Marti ist das 142m hohe Memorial Jose Marti zu sehen.
Ein wohl noch mehr beachtetes Gebäude am Revolutionsplatz ist das des früheren Industrieministeriums und heutigen Innenministeriums. Geziert wird es vom Bild Che Guevaras mit seinem vielzitierten Ausspruch “Hasta la victoria siempre” - “Immer bis zum Sieg”. Che Guevara war nach der Revolution erster Industrieminister des Landes.
Botschaft an die “Herren Imperialisten” der USA vor deren Botschaftsgebäude: ”Wir haben absolut keine Angst vor Euch!”
Auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite wird aus der Abneigung gegen die USA und Bush keinen Hehl gemacht. Die Kubaner fordern noch immer Gerechtigkeit für den Terroranschlag auf ein Verkehrsflugzeug im Jahre 1976. Der Drahtzieher Posada Carilles lebt in den USA und wird von dort auch nicht ausgeliefert. Ein weiteres in der Nähe aufgestellte Schild zeigt die Köpfe von Bush und Posada Carilles neben dem von Adolf Hitler.
Das Stadtbild Havannas prägt seit 1929 das Capitolio Nacional, ein Nachbau des Washingtoner Kapitol. Damals übten die USA noch großen wirtschaftlichen und politischen Einfluss in Kuba aus, nicht gerade zum Vorteil des kubanischen Volkes. Nach der Revolution sind die Nordamerikaner bisher vergeblich mit ihren intensiven Bemühungen gescheitert, das Regime zu stürzen und ihren Einfluss zurückzugewinnen. Es dürfte allerdings nur eine Frage der Zeit sein...
Neben dem Kapitol schmückt das Gran Teatro den Platz. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befinden sich Geschäfts- und Wohnräume. Wenige Gebäude der 1519 gegründeten Stadt stammen noch aus dem 16./17. Jahrhundert, die meisten aus dem 18./19. Jahrhundert.
Der älteste Platz Havannas und zudem Herz der Altstadt ist der Plaza de Armas. Im Hintergrund ist das zweitälteste Festungswerk Amerikas, das Castillo de la Real Fuerza, zu sehen. Hier wurden ab 1577 die Gold- und Silberschätze aus Mexiko und Peru zwischengelagert und danach nach Spanien verschifft.
Am Plaza de la Catedral steht die im 18. Jahrhundert erbaute Kathedrale mit zwei ungleichen Türmen.
Unser Reiseleiter Luis zeigte uns, welche Persönlichkeiten bereits die berühmte Kneipe “La Bodeguita del Medio” besucht haben. Es war insbesondere die Stammkneipe von Ernest Hemingway.
Nachmittags am Malecon, der Uferpromenade von Havanna. Je nach Wellengang kann es auf dem Fußgängerweg ganz schön nass werden.
Die meisten Wohngebäude verfallen leider. Auf den Straßen ist es jedoch überall beeindruckend sauber und sicher.
Mojitozubereitung in einer Bar, in die ein Einheimischer einen Teil der Gruppe geführt hatte. Später erwartete der gute Mann, dass jede Person ihm für seine vermeintlichen Kinder Milch im Wert von 10 Euro pro Tüte kauft. Auch wenn die Menschen zumeist sehr offen und freundlich sind und keine Gegenleistungen fordern, sollte man sich vor Touristenfängern in Acht nehmen und nicht zu naiv sein.
Besuch eines Rummuseums. 1960 wurden die Fabriken der Familie Bacardi entschädigungslos enteignet. Hiermit wird nun Rum unter der Marke “Havana Club” produziert und erfolgreich weltweit exportiert.
In der Altstadt Havannas, die zum Weltkulturerbe zählt, wird mittlerweile eifrig restauriert. Hier der schöne Plaza de San Francisco.
Plaza Vieja. Bis auf ein noch sehr baufälliges Gebäude (2.v.r.) wurde hier bereits erfolgreich renoviert.
In der Altstadt mit ihren Wohngebäuden, Läden, Bars und Restaurants ist natürlich viel los.
Gegen Mittag besuchten wir das Revolutionsmuseum. Früher Amtssitz des Präsidenten zeigt die Ausstellung alles über die Revolution um Fidel Castro und Che Guevara.
Das vor dem Museum wartende Taxi würde sich in anderen Ländern wohl selbst in einem Museum befinden. Wie viele Taxis in Havanna ist es schon mehr als 40 Jahre alt. Anschließend machten wir noch einen etwa zweistündigen Salsatanzkurs mit kubanischen Tanzpartnern.
Besuch eines Stadtentwicklungsprojekts im Wohnviertel La Timba. Die Bewohner machten zunächst einmal Musik für uns
Hier ein typisches Wohngebäude des Viertels.
Gebaut wird in Kuba nur sehr wenig, zumal auch kaum Baumaterial vorhanden ist. Dieses Gebäude befindet sich seit 5 Jahren im Bau.
Besuch des Friedhofes von Havanna. Hier liegen etwa 800.000 Menschen begraben. Das Foto zeigt das bekannteste aller Gräber.
Hier das 1837 eröffnete Gran Teatro Garcia Lorca in Großaufnahme.
Interessant sind die in Havanna üblichen Straßenbegrenzungen in Form von Kanonen und Kanonenkugeln.
In der Kneipe La Bodeguita del Medio. Wie fast überall wird natürlich auch Musik gespielt.
Am frühen Abend fuhren wir noch auf eigene Faust mit der Fähre nach Casablanca in Ost-Havanna. Dort wacht seit 1958, also kurz vor der Revolution, der 17m hohe Cristo de La Habana über die Stadt. In Kuba sind etwa 35% der Menschen Katholiken. Die Haltung des Regimes zur Religion ist nach dem Papstbesuch vor einigen Jahren nicht mehr so ablehnend wie zuvor.
Havanna am Abend von der Christusstatue aus gesehen. Da übrigens in Kuba Energie knapp ist, gehören unregelmäßige Stromausfälle im ganzen Land mehr oder weniger zur Tagesordnung. Auch hier am Malecon leuchten nicht alle Straßenlaternen.
Bevor wir in einem der Paladeres, also Privatrestaurants, essen konnten, mussten wir erst einmal eine ganze Weile draußen im Gang warten. Dafür wurden wir aber mit gutem Essen in familiärer Atmosphäre belohnt.
Wir verließen fürs Erste Havanna und fuhren nach Westen in die gleichnamige Hauptstadt der Provinz Pinar del Rio. Dort besuchten wir eine Tabakfabrik, in der in Handarbeit die berühmten Zigarren hergestellt wurden und Fotografieren leider nicht erlaubt war. Danach fuhren wir zum Vinalestal.
Um trotz alter Fahrzeuge und fehlender Ersatzteile weiter vorwärts zu kommen, muss man hier und da improvisieren.ext
Erst ein schöner Blick auf das Vinalestal, danach eine etwa zweistündige Wanderung
Unter den Pflanzen und Früchten sind auch Bananen.
Staatspräsident Fidel Castro hat noch viele Anhänger in Kuba. Hier ein Blumenkasten vor einem Haus.
Eine Tabakplantage.
Am Vormittag fuhren wir mit einem Boot zur Insel Cayo Levisa, die etwa 40 Kilometer nördlich von Pinar del Rio vor der nördlichen Atlantikküste liegt.
Ein idyllischer Strand mit wenigen Touristen.
Am siebten Tag stand wieder eine Wanderung an, diesmal durch das artenreiche Schutzgebiet auf dem Gelände einer ehemaligen Kaffeplantage. Zunächst gab es aber erst einmal wieder Musik.
Das unterwegs aufgenommene Foto zeigt eine am See gelegene Kommune, die wir ein paar Stunden später ebenfalls besuchen sollten.
Die Wanderung war eher unspektakulär. Die Überquerung dieses Baches gehörte bereits zum spannendsten Teil.
Die idylisch gelegene Kommune zeigt sich in einem guten Zustand. Kein Wunder, dass Touristen ausgerechnet dieses Dorf zu sehen bekommen.
Ein Lebensmittelgeschäft. Um die Versorung der Bevölkerung sicherzustellen, werden Lebensmittel seit den 90er Jahren rationiert. Touristen merken davon in der Regel nichts.
Anschließend kehrten wir wieder für eine Übernachtung nach Havanna zurück. Nach der eher bescheidenen Unterkunft der letzten beiden Nächte waren wir froh, wieder im Hotel Habana Libre übernachten zu können. Hier noch eine Aufnahme des Bollwerks Castillo de los Tres Reyes del Morro aus dem 16. Jahrhundert. Der Leuchtturm kam 1845 hinzu.
Sonnenuntergang über Havanna.